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20. November 2009

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Tsum Valley – Impressionen aus dem vergessenen Tal

von Chris Werren

Der Himalaya gehört schon seit Jahrtausenden zu den bevorzugten Rückzugsgebieten für Menschen die auf der Suche nach Entspannung sind, ein Ort der Stille und der Besinnlichkeit wo jeder die Chance hat den inneren Frieden zu finden. Das Tsum Valley ist dank seiner Abgeschiedenheit eine solche Oase der Ruhe und Erholung geblieben in der es uns leicht fällt die Hektik und die Turbulenzen aus dem täglichen Leben zu vergessen.

Dieses vergessene Tal liegt im Norden Nepals im Gorkha Distrikt, eingebettet zwischen der mächtigen Gebirgskette des Buddha Himal mit ihren markanten Gipfeln, dem  Himal Chuli (7‘823m) im Westen, dem Ganesh Himal (7‘429m) im Süden und dem Sringi Himal (7‘187m) im Norden. Es ist eines der acht „heiligen“ Täler (Beyuls) im inneren Himalaya deren Geschichte stark verbunden ist mit dem Buddhistischen Heiligen „Padmasambhava“der diese „Beyuls“  im 8. Jahrhundert als sichere Schutzgebiete für Menschen geschaffen haben soll damit sie sich von den Auswirkungen kriegerischer Auseinandersetzungen, Hungersnöten oder religiöser Unterdrückung  in Sicherheit bringen können.

Dieses von den hohen Gipfeln des Himalaya geschütze Tal an der Grenze Tibets  ist ein lebendes Museum mit zahlreichen antiken Schätzen und Sehenswürdigkeiten aus  Kultur, Kunst und Religion,  es ist eine lang vergessene Talschaft die heute noch geprägt wird von traditionellen Bräuchen und Buddhistischem Denken und Handeln.

Im und um das Tsum Valley

Das Tsum Valley darf offiziell erst seit dem 17. Oktober 2007 von Touristen besucht werden. Den Besucher erwarten in dieser abgelegenen Gegend zahlreiche historische Zeitzeugen die hier über viele Generationen gepflegt worden sind und deshalb immer noch in ihren ursprünglichen Formen bewundert werden können.

Sobald man die erste Siedlung im oberen Tsum Gebiet erreicht hat fühlt man sich versetzt in eine andere Welt. Das wunderschöne Tal wird geprägt von kleinen aber sehr schmucken Dörfchen mit Gebäuden aus Stein, sorgfältig bebauten Feldern, rauschenden Bächen mit kristall klarem Wasser, grossen Wäldern und mächtigen Schnee bedeckten Gipfeln. Die Route durch diese abgelegene Gebirgslanschaft führt entlang des alten „Nepal – Tibet“ Karawannen Pfades nach Mu Gumba, dem letzten bewohnten Ort im Tal. Hier sind auch zwei wichtige Buddhistische Klöster beheimatet, das gleichnamige, im Jahre 1895 gebaute und 1998 restaurierte Kloster Mu und das älteste Kloster des Tales, das vor gut 700 Jahren gebaute Kloster Dephyudonma.

Der Weg durch das Tsum Valley ist gesäumt von zahlreichen Mani Walls, Chorten und Kaanis (Portal Chorten). Chorten sind religiöse Monumente des Buddhistismus die auch Stupas genannt werden. Es sind die unverkennbaren Merkmale des Tsum Valleys die nicht nur gebaut wurden um die bösen Geister von wichtigen Orten wie Flussmündungen oder Brücken fern zu halten sondern auch zum Gedenken an Besuche oder zur Ehrung von verstorbenen wichtigen Persönlichkeiten und Lamas. Kaanis sind sg. Portal Chorten die jeweils an den Eingängen zu den Dörfern erstellt worden sind und durch die jeder Besucher gehen sollte. Mani Walls sind lange mit Mantras verzierte Steinmauern die den Zweck haben die Götter zu bitten sich um das Wohlbefinden der Reisenden zu sorgen und sie zu beschützen.

In den höheren Gebieten des Tsum Valleys in der Nähe der Berge und Gletscher findet man zudem eine Reihe von interessanten Pilgerpfaden auf denen man u.a. auch das Gebiet entlang der Grenze zu Tibet in mehrtägigen Hochwanderungen erkunden kann.

Das Tsum Valley – Eine Welt für sich

Das Tsum Valley ist ein idealer Ort um der Hektik des Alltags zu entfliehen. Hier leben die Menschen noch in totaler Harmonie und im perfekten Einklang mit der Natur. In diesem Tal werden zum Beispiel keine Tiere getötet, weder für die Ernährung noch für religiöse Opfer an die Götter wie es in anderen Teilen dieses Landes immer noch üblich ist. Auch ist es Brauch, dass jede Familie im Tal ein Kind ins Kloster schickt damit es Mönch oder Nonne werden kann.

Im Tsum Valley sind daher eine ganze Reihe von z.T. sehr alten Klöstern zu besichtigen, das grösste heisst Rachen Gumba und beherbergt sowohl Mönche wie auch  Nonnen. Die lebensgrossen Statuen von Avolitekshvara (Gott der Erleuchtung), Guru Padmasambhava (Begründer des Tibetischen Buddhismus), Tara (die Göttliche Mutter) und Buddha Amitabha (Buddha des Westens) gehören zu seinen wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Im Inneren des Klosters können zudem zahlreiche Wandmalereien aus dem traditionellen Tibetischen Buddhismus bewundert werden.

Ein weiteres attraktives Besuchsziel im Tsum Valley sind die „Tauben Höhlen“ (Piren Phu) in der Nähe des Dorfes Burji. Diese Höhlen haben insbesonder für Buddhisten eine grosse spirituelle Bedeutung weil der berühmte Yogi Milarepa (Tibets grosser Yogi) hier eine Zeit lang meditiert haben soll und weil Überreste seiner „Fussabdrücke“ in diesen „Milarepa Höhlen“ konserviert worden sein sollen. In den dazugehörigen zwei Klöstern kann man wiederum lebensgrosse Statuen von Avaloketishvara,  Buddha, Tara und Milarepa bewundern.

Kyimulung ist der heilige und geheimnisvolle Buddhistische Pilgerweg in den Bergen des Tsum Valley. Die 30 tägige Pilgerreise führt in einem 30km Radius entlang der Grenzgebiete von Nepal und Tibet zu den wichtigen Pilger Orten Chhekam, Philim, Sirdibas, Dyang, Bihi, Namrung, Prok und Loh in Nepal und Rui Gaon, Ning, Sala Himal und Nyang in Tibet und beinhaltet die Überquerung der über 5‘000m hohen Pässe Lajyang Bhanjyang und Thapla Banjyang.

Im Tsum Valley kann das tiefe mystische Empfinden des Buddhismus für die Schönheit der Natur verspürt werden, man kann erfahren wie gross hier die Bedeutung des harmonischen Zusammenspiels von Natur und Mensch ist um die Seele aus der irdischen Welt in eine höhere Sphäre zu bringen wo das einfache Dasein zu einer Erfahrung eines Lebens in Weisheit und voller Mitgefühl wird.

Das Tsum Valley – Ein von der Welt vergessenes Tal!

Wegen seiner Unzugänglichkeit, seiner Abgeschiedenheit und des Wegzugs vieler jungen Menschen leiden die Bewohner dieses Tals unter grosser Armut und massiven wirtschaftlichen Problemen. Bei der Einführung der minimalsten modernen Infrastrukturen wurde dieses abgelegene Gebiet total vergessen! So sind die Menschen hier gezwungenermassen zu einer Minorität geworden die nun um ihr Ueberleben kämpfen muss. Die traditionelle Lebensweise mit ihrer Kunst und ihren religiösen Werten steht heute vor dem totalen Aussterben. Es wäre die Aufgabe der nepalesischen Regierung diesen exotischen Fleck Erde in seiner Existenz zu schützen und dafür einen Beitrag zu leisten. Aber auch Menschen aus allen Teilen der Welt die in Nepal ein spezielles Trekking Erlebnis suchen können mit ihrem Besuch etwas für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Bevölkerung in diesem vergessenen Tal tun und ihnen alternative Einkunftsmöglichkeiten eröffnen.

Das Tsum Valley verdankt seinen Ruf des exotischen und vergessenen Ortes an der Grenze Tibets vor allem der Tatsache dass es von den Einflüssen der modernen Zivilsation weitgehend  verschont geblieben ist  – trotzdem haben auch die Menschen dort ein Anrecht auf ein Leben in dem sie von den elementaren Fortschritten zur Verbesserung des täglichen Lebens profitieren können, wenigstens in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Als einer der ersten internationalen Trekking Programm Anbieter  werden wir deshalb im Jahre 2010 im Mai und Oktober einer begrenzten Anzahl von Menschen die Gelegenheit geben mit uns dieses Gebiet zu  entdecken. Von einem Trek in das Tsum Valley wird man nicht nur mit vielen schönen Erinnerungen zurückkehren sondern auch mit dem befriedigenden Gefühl einen ersten Beitrag geleistet zu haben der zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in diesem vergessenen Tal am Fusse des Himalaya führen wird.

Mehr zur Tsum Valley Trekking Expedition finden Sie hier: Tsum Valley Exploration

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